
Inklusiver Tanz- und Musicalabend mit der Minotauros Kompanie - ein ganz besonderes FSJ- Abschlussprojekt

Inklusiver Tanz- und Musicalabend mit der Minotauros Kompanie - ein ganz besonderes FSJ- Abschlussprojekt
Am 30.08. haben wir in der Wiese e.G. einen inklusiven Tanz- und Musicalabend veranstaltet. Zuerst haben die Minotauren und ich einen Tanzworkshop angeleitet und im Anschluss haben wir eine Musicalperformance präsentiert. Hier zeigen wir einen Ausschnitt aus CATS von Andrew Lloyd Webber, den wir mit Chris Stawicki in der künstlerischen Leitung und mit Unterstützung der Choreografin Soi Antifantis auf unsere ganz eigene Minotauros-Art inszeniert haben.

Ein gemeinsames Projekt für Tanz und Inklusion
Ich mache seit September 2025 mein FSJ Kultur bei den Minotauren. Im Rahmen dieses FSJs wird immer ein Abschlussprojekt erarbeitet. Bei mir war das der Entwicklungsprozess hin zu einem inklusiven und offenen Tanzabend, bei dem sich alle wohlfühlen. Ein Abend von Musik und Tanz, wo alle willkommen sind, wo du dich gemeinsam mit anderen ausprobierst und ganz verschiedene Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Mein Ziel war es, einen inklusiven Begegnungsraum zu schaffen, einen Safe Space, wo es kein Falsch und Richtig gibt, sondern eine gemeinschaftliche Freude am Tanzen. Ich tanze selbst Standard- und Lateintänze in meiner Freizeit und habe mit den Minotauren seit November 2025 wöchentliche Tanzeinheiten gemacht. Zusammen haben wir so auf diese Veranstaltung hingearbeitet. Denn das war mir besonders wichtig: Mein FSJ-Projekt soll gemeinsam mit den Minotauren entwickelt und verwirklicht werden. Dieses Format, einen Tanzabend zu organisieren, eine Musicalperformance aufzuführen und selbst anzuleiten, ist für uns etwas ganz Neues - um so größer war die Aufregung vor der Veranstaltung.



Stopptanz, Discofox und Walzer - Ein inklusiver Tanzworkshop
Mit einer stolzen Zahl von um die sechzig Besucher*innen hat die Veranstaltung um 16 Uhr gestartet. Die Minotauren und ich standen mit wild klopfendem Herzen bereit, während die Gäste in den großen Theatersaal kamen. Nach einer kurzen Begrüßung haben die zwei Schauspielerinnen Rüya und Hannah mit einem Stopptanz als Warm-Up gestartet. Im Anschluss gab es die sogenannte Spiegelübung, bei der man zu zweit die gleichen Bewegungen getanzt hat. Und dann ging es richtig los: Zuerst haben unsere Schauspieler Mattes und Reinhard den Gästen den Discofox Schritt für Schritt beigebracht - Tanzschritte, Rhythmus, geschlossene und offene Tanzhaltung… Im Anschluss an eine kurze Pause hat Ralph gemeinsam mit mir den Langsamen Walzer angeleitet: Eins zwei drei, eins zwei drei, … Die Gruppe wurde in zwei Gruppen geteilt: führende und folgende Personen. Nachdem die Schritte erklärt wurden und alle ein bisschen üben konnten, haben sich die Gäste in Tanzpaaren zusammengefunden. Es gab Musik und die Minotauren und ich sind durch den Raum gegangen und haben geguckt, ob jemand Unterstützung braucht oder irgendwo Fragen offen sind. Mal haben zwei Minotauren ein Tanzpaar wieder in den Rhythmus eingezählt, mal mussten wir eine führende Person erinnern, mit welchem Fuß sie beginnt. Diese Zusammenarbeit mit den Minotauren war das Herzstück des Tanzworkshops und kam auch bei unseren Gästen sehr gut an. “Es ist so schön, wie du und die Minotauren zusammenarbeitet”, ist eine der Rückmeldungen, die ich nach dem Workshop bekommen habe. “Ich hatte so viel Spaß”, meinte jemand anderes. Von den vielen Gästen saß nahezu niemand am Rand, wir konnten alle dazu animieren, sich auszuprobieren und mitzutanzen. Die strahlenden Gesichter, während die Musik lief, waren der Beweis, dass es uns gelungen war, einen inklusiven und offenen Begegnungsraum zum Tanzen zu schaffen. Unser Schauspieler Ralph erzählt, wie die Anleitung für ihn war: “Ich hätte nicht gedacht, dass ich vor einer so großen Gruppe anleiten könnte. Ich war zufrieden und stolz.” Auch Mattes betont: “Für mich war das eine spannende aufregende Erfahrung.”

Minotauros goes Musical - Was sind Jellicle Cats?
Während der darauf folgenden Pause, in der es reichlich gute Gespräche und erfrischende Getränke gab, haben sich die Minotauren zusammen mit unserem musikalischen Leiter Chris und mir auf den nächsten Programmpunkt des Abends vorbereitet: die Musicalperformance. Zügig haben sich alle das schwarze Grundkostüm und dazu ihren Katzenschwanz mit individueller Fellfarbe angezogen, dann ging es noch schnell in die Maske und schon standen wir hinter der großen Tür zum Theatersaal - bereit, gleich den Raum zu betreten und die Zuschauer*innen mit unserer ganz eigenen Interpretation von CATS zu verzaubern… Nach einer Anmoderation von Chris war es soweit: sobald wir den Applaus hörten, schlich sich auch schon die erste Katze in den Raum. Staunend beobachteten die Zuschauer*innen, wie wir als Katzen durch das Publikum streunten. Als jede Katze auf der Bühne war, begann das Schauspiel: eine Katze wollte die Maus fressen, die nächste wollte das um jeden Preis verhindern und eine ganze Katzenbande kämpfte um ein großes rotes Wollknäuel, während wiederum eine andere Katze eine Fischgräte in einer Mülltonne fand. Nach unserem kleinen Vorspiel ging es dann richtig los: begleitet durch unseren Pianisten Roman Grübner haben wir eine fünfzehnminütige Katzen-Performance präsentiert. Mal mussten wir uns mit wachsamen Blick und leiser Stimme über die Bühne schleichen, dann die höchsten Töne treffen, dann wurde ein Schuh auf die Bühne geworfen und im nächsten Moment tanzten wir wieder voller Energie und sangen “So sind Jellicles, das ist Jellicle Art…” Zum Schluss stellten wir dem Publikum die Frage: “Was sind Jellicle Cats?” Den aufbrandenden Applaus, der darauf folgte, hatten wir uns mehr als verdient. Eine Musicalperformance - Gesang, Tanz und Schauspiel zu verbinden - das ist eine riesige Herausforderung. Und doch war es ein großer Erfolg.



Nach der Performance haben wir den Abend mit freiem Tanz zu laut aufgedrehter Musik im Theatersaal ausklingen lassen. Alles in allem war es also ein voll und ganz gelungener Abend der Inklusion, Musik und des Tanzes. Einfach magisch und etwas ganz besonderes.
Ein Projekt, das zeigt, dass die Minotauros Kompanie Menschen zusammenbringt.
Im Namen der Kompanie,
Clari Müsing (September 2026)
Fotos: Lise Essmann



















